KomZet Messe-Rückblick: ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK 2025
KomZet Messe-Rückblick: ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK 2025 – LernKOST auf der OST 2025 in Köln Die „Orthopädie Schuhtechnik“ (OST) in Köln ist der zentrale Treffpunkt des Orthopädieschuhtechnik-Handwerks. Als Branchenmesse bringt sie Fachleute, Unternehmen und Nachwuchskräfte zusammen und bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen, Produkte und Technologien.Veranstaltet von der C. Maurer-Fachmedien GmbH & Co. KG, der Herausgeberin der Fachzeitschrift OST („Orthopädieschuhtechnik“), richtet sich das Format an die gesamte Branche. Ein besonderes Highlight ist der Lehrlingstag am Freitag, der Auszubildenden ein speziell auf sie abgestimmtes Programm bietet.Ein internationaler Fachkongress, Seminare und das Forum als Dialog- und Präsentationsfläche machen die Messe zu einer zentralen Plattform für Austausch und Wissenstransfer. LernKOST: der Austausch im Blickpunkt Die Campusfläche und der Stand des Kompetenzzentrums Orthopädieschuhtechnik (KomZet O.S.T.) bildeten für unser Förderprojekt „LernKOST“ – Lernkultur für die Orthopädieschuhtechnik, die wichtigsten Kontaktpunkte. Multimediadisplays machten Ziele und Vorgehensweise des Projekts sichtbar, während der offene Rahmen intensive Gespräche mit Auszubildenden, Ausbildenden sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Betrieben und der Branche förderte. Das im Rahmen der Förderinitiative „INex-ÜBA“ geförderte Projekt hat zum Ziel, mithilfe von neuen didaktischen Konzepten eine Lernkultur zu festigen, die die beiden Lernorte Betrieb und ÜBS stärker verknüpft. „LernKOST zum Mitmachen – du bist gefragt!“ Am Freitag führten wir einen interaktiven Forumsbeitrag speziell für Auszubildende durch. Teilnehmende aus dem ersten bis zum vierten Lehrjahr wurden begrüßt. Ziel war, direkt mit Auszubildenden in den Austausch zu kommen und sie zur aktiven Mitgestaltung anzuregen. Nach einer kurzen Projektvorstellung unsererseits wurden gemeinsam fünf Leitfragen bearbeitet. Inhaltlich bezogen sie sich auf die Themen Zusammenarbeit, Lernorte, Verantwortung, Digitalisierung sowie die Gestaltung von Lernprozessen. Im Anschluss bewerteten die Auszubildenden mehrere Aussagen per Punkte-Voting („Ich stimme zu“ bis „Ich stimme nicht zu“). Gegenstand waren unter anderem drei Aspekte: Ob Inhalte aus der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (OrSchu I–V) im Betrieb aufgegriffen werden sollten? Ob überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) als motivierende Lernorte wahrgenommen werden? Ob in den OrSchuhs eine positive Fehlerkultur erlebt wird. Diese drei Punkte wurden überwiegend positiv eingeschätzt. Deutlich differenzierter fiel das Feedback bei zwei Themen aus: Dem Bedarf an digitalen Lernmaterialien zur Unterstützung der OrSchuhs sowie der Frage, wie stark Wissensvermittlung individualisiert werden sollte. In diesen Feldern sahen die Teilnehmenden teils klaren Handlungsbedarf. Auf die Einstiegsfragen folgte die Arbeit im World-Café-Prinzip: Zunächst sammelte jede Gruppe Lösungsideen zu einem der Themen, anschließend rotierten die Gruppen und entwickelten die Ansätze der anderen Gruppen weiter. Wir setzten das World-Café-Prinzip erstmals ein; insbesondere die Vielzahl und Qualität der entstandenen Ideen in kurzer Zeit beeindruckten uns.Aus dem Forumsergebnis heben sich für uns vor allem drei Impulse hervor:Erstens schilderte eine Auszubildende eine Berufsschulerfahrung, bei der zunächst unterschiedliche handwerkliche Lösungsansätze vorgestellt wurden und Teams anschließend selbstständig einen eigenen Weg zur Lösung erarbeiteten – ein Beispiel für vielfältige Wege zum Ziel. Zweitens wurde der Bedarf benannt, Theorieinhalte aus ÜBA und Berufsschule stärker in den Betrieben aufzugreifen. Drittens zeigte sich, dass digitale Lernangebote dann positiv bewertet werden, wenn sie didaktisch begleitet sind und nicht lediglich als Materialsammlung dienen. Weitere Aktivitäten im Rahmen der Messe Mit der Vorstellung hybrider Lernkonzepte aus dem KomZet O.S.T.-Projekt setzte Torsten Redeker einen wichtigen Impuls für die Aus- und Weiterbildung der Zukunft. Unter dem Titel „Hybride Lernkonzepte in der Praxis: Bildungsarchitektur für eine gemeinsame Zukunft“ wurde aufgezeigt, wie digitale Selbstlernphasen, Online-Formate und reduzierte Präsenzzeiten zu einer modernen Bildungsarchitektur zusammengeführt werden können. Unter dem Motto das „Diabetisches Fußsyndrom braucht Versorgungsqualität & Spezialisierung“ haben wir gemeinsam mit dem SpiOST und der AG Fuß (DDG) eine Veranstaltung durchgeführt. Ziel war, Klarheit zu schaffen, Orientierung zu geben und die Bedeutung spezialisierter Fort- und Weiterbildung als Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Versorgung deutlich zu machen. Frederic Großmann und Martin Jäger (Trans2form) gestalteten ein Seminar zur Additiven Fertigung – mit Fokus auf 3D-Scannen. Ziel war ein fundierter Überblick mit Entscheidungshilfen für die Werkstatt – vom ersten Scan bis zur passgenauen Umsetzung. Zukunft in der OST Die letzte Veranstaltung des Kongresses richtete den Blick nach vorn: Im Kongressblock „Zukunft in der OST“ moderierte Frederic Großmann den Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus der Branche. Gemeinsam wurden Perspektiven zur zukünftigen Entwicklung der OST sowie notwendige Veränderungen und Schritte diskutiert. Ziel war es, einen Blick in die Zukunft unseres Handwerks zu werfen – mit Impulsen, die Teilnehmende in ihren Berufsalltag übertragen können. Fazit Rückblickend auf die Gesamtveranstaltung fällt unser Fazit durchweg positiv aus. Es konnten zahlreichen qualitative Gespräche – insbesondere mit Interessierten aus West- und Südwestdeutschland geführt werden. Diese Gespräche haben uns in unseren Plänen zur Projektumsetzung bestärkt. So wurde auch der Wunsch von Auszubildenden nach überbetrieblichen Lehrunterweisungen gerade dort deutlich, wo diese bisher nicht fest im Ausbildungskonzept verankert sind. Das LernKOST-Team bedankt sich bei allen Teilnehmenden der Veranstaltungen sowie der Umfrage für Zeit, Offenheit und Beiträge und spricht dem Maurer Verlag einen besonderen Dank für die Präsenzmöglichkeiten und die Zusammenarbeit auf der OST-Messe aus. Das Projekt „LernKOST“ wird gefördert im Rahmen der „Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA)“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). INex-ÜBA wird durchgeführt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). 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